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Wohn-Riester: Bausparen mit Förderung

Wohn-Riester:
Mit staatlichen Zulagen ins Eigenheim

Der gesetzliche Rentenanspruch wird künftigen Generationen lediglich zur Sicherung der Grundbedürfnisse reichen. Die Riester-Förderung, Produkt von Sozialökonom Bert Riester und seiner Kommission, stellt unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit in Aussicht, privat und zusätzlich mit Hilfe von Vater Staat die Rente aufzustocken. Steuerliche Erleichterungen wie auch attraktive Zulagen helfen, einen Grundstock für das Alter aufzubauen.

So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch das Schaffen von Wohneigentum staatlich subventioniert wurde. Mit Steuervorteilen und Zulagen wurde die Riester-Rentenversicherung um die Möglichkeit erweitert, mit Hilfe der Förderung einfacher in die eigenen vier Wände zu investieren. Seit 2008 können künftige Wohneigentümer die staatliche Riester-Förderung für ihre Altersvorsorge auch für selbstgenutztes Wohneigentum mit Hilfe der Wohn-Riester verwenden.

Wichtige Bausteine für die Darlehenstilgung

Eine der Möglichkeiten, die Riester-Förderung für die Finanzierung der eigenen Immobilie zu verwenden ist, angespartes Riester-Vermögen als Eigenkapital einzusetzen. Dies gilt nicht einzig und allein für die noch recht jungen geförderten Bausparverträge, sondern auch für die konventionellen Banksparverträge wie auch Riester-Fondssparverträge. So entscheidet der einzelne Sparer, ob er bis zu 75 Prozent oder gar das komplette angesparte Kapital aus dem Vertrag entnehmen will.

Die Wohn-Riester

Die Bedingung, dass eine Mindestsumme entnommen werden muss, gilt seit Januar 2010 nicht mehr. Damit hat sich der finanzielle Spielraum für künftige Eigenheimbesitzer enorm erweitert. Bei der Zentralen Zulagenstelle muss die Auszahlung beantragt werden, wobei der Erwerb oder Bau von Wohneigentum nachgewiesen werden muss. Der Gesetzgeber hat die Verwendung des Riester-Kapitals beschränkt, sodass die Sondertilgung einer laufenden Baufinanzierung nicht möglich ist.

Jedoch bestätigen Ausnahmen die Regel, sodass eine Restschuldablösung möglich ist, wenn der Riester-Sparer eine Kapitalauszahlung zu Beginn seiner Verrentung beantragt, um mit dem Vorsorgevermögen eine bestehende Schuld abzuzahlen. Mit der Entnahme aus dem Vorsorgevermögen kann das Eigenkapital erhöht werden und zeitgleich profitiert der Darlehensnehmer von den gleichen Förderungen wie für einen Riester-Rentenvertrag.

Mit Vorsorgevermögen zum Eigenheim

Alle, die ihr eigenes Riester-Konto "plündern", vereinfachen ihre Baufinanzierung durch das Aufstocken eigener Mittel und nutzen gleichzeitig die Steuervorteile und staatlichen Zulagen wie Sparer mit einem konventionellen Riester-Vertrag. Gefördert werden jedoch nur Immobilien, die nach dem 31. Dezember 2007 gekauft oder erbaut wurden und dem eigenen Bedarf dienen.

Für vermietete Immobilien oder für Sanierungen darf die Förderung nicht verwendet werden. Berechnungen von Experten belegen, dass sich mit Hilfe der Riester-Förderung bis zum Eintritt in den Ruhestand mehrere Zehntausend Euro einsparen lassen.

Wohn-Riester Darlehen: Zwei Kreditmodelle zur Wahl

Neben der Entnahme aus einem bestehenden Riester-Rentenversicherungsvertrag, besteht die Möglichkeit, ein spezielles Riester-Darlehen für den Bau oder Kauf einer selbst bewohnten Immobilie aufzunehmen. Auch für diese besondere Tilgungsvariante winken steuerliche Vorteile und Zulagen. Dabei kann der künftige Immobilienbesitzer zwischen zwei Darlehensmodellen wählen, zu denen ein Riester-gefördertes Darlehen mit direkter Tilgung über ein konventionelles Annuitäten-Darlehen gehört. Hier werden Zinsbindungen von 10 bis zu 20 Jahren vereinbart, wobei sich diese Tilgungsform von herkömmlichen Baudarlehen nur durch die Riester-Förderung unterscheidet.

Riester-Darlehen

Als weitere Möglichkeit bietet sich ein Kombikredit über eine Bausparkasse an. Dieser setzt sich aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen zusammen, mit dem der vereinbarte Bausparbetrag bis zu endgültigen Zuteilung vorfinanziert wird. Ist ein Mindestguthaben von 40 Prozent angespart, wird nicht nur das Guthaben bereit gestellt sondern auch das Bauspardarlehen zur Verfügung gestellt.

Für beide Riester geförderte Darlehensmodelle gilt jedoch als Voraussetzung, dass der Eigentümer seinen Lebensmittelpunkt in der Immobilie nachweisen kann und der Vertrag von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert ist. Im Darlehensvertrag wird darüber hinaus festgelegt, dass der Kredit bis zum 68. Lebensjahr getilgt werden muss. Soll die Förderung in voller Höhe ausgeschöpft werden, müssen beide Ehegatten einen separaten Darlehensvertrag führen.

Wohn-Riester Förderung: Wer hat einen Anspruch?

Steuerliche Vorteile und einen Zulagenanspruch hat jeder gesetzlich Rentenversicherungspflichtige, wobei auch Leistungsbezieher wie Arbeitslose, Mütter und Väter in der Elternzeit, Beamte und Frührentner zur Gruppe der Förderberechtigten gehören. Als Grundzulage profitiert jeder Anspruchsberechtigte von 154 Euro jährlich. Darüber hinaus werden für jedes kindergeldberechtigte Kind 185 Euro oben drauf gezahlt und für Nachwuchs, der nach dem Jahr 2008 geboren wurde, winken gar 300 Euro jährlich als Kinderzulage. Damit bereits junge Menschen die Vorteile der staatlichen Förderung erkennen, werden Riester-Sparer bis zu einem Alter von 25 Jahren mit einem Einsteigerbonus in Höhe von 200 Euro belohnt.

Grundzulage und Kinderzulage an Beispielen

Maximale Zulagenhöhe: Welche Kriterien gelten?

Jeder, der mit Hilfe der attraktiven staatlichen Förderung eine Zusatzrente aufbauen, oder in die Altersvorsorge aus Stein investieren will, muss spezielle Kriterien erfüllen, um in den Genuss der vollen Zulagenhöhe zu kommen. Jährlich müssen vier Prozent vom Jahresbruttoeinkommen, abzüglich aller staatlichen Zulagen in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden, wobei die maximale Summe auf 2.100 Euro begrenzt und als Sonderausgabe beim Fiskus absetzbar ist.

Nachgelagerte Besteuerung im Alter

Zu den Grundprinzipien jeder Riester geförderten Variante gehört die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter. Während die Beiträge steuerfrei sind, müssen Auszahlungen der Riester-Rente in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Da der persönliche Steuersatz im Rentenalter jedoch grundsätzlich niedriger als im Erwerbsleben liegt, fällt die steuerliche Belastung moderat aus.

Besteuerung Wohn-Riester

Wer seine Riester-Förderung für eine Immobilie verwendet, wird ebenfalls nachgelagert steuerrechtlich behandelt, wobei hier andere Regeln zur Anwendung kommen. Alle geförderten Beträge wie Tilgungsleistungen und Entnahmen werden auf einem fiktiven Konto, einem Wohnförderkonto verbucht und mit 2 Prozent jährlich verzinst. In gleichbleibenden Raten muss der auf diese Weise berechnete Betrag ab dem Zeitpunkt der Verrentung bis zum 85. Lebensjahr versteuert werden. Parallel dazu wird die Möglichkeit angeboten, die Steuerschuld sofort und in einem Betrag zurück zu zahlen. Dafür winkt dem steuerpflichtigen Rentner ein attraktiver Nachlass in Höhe von 30 Prozent.

Immobilienverkauf kann sich auf die Förderung auswirken

Wer sich von seinem Wohneigentum trennt oder diese vermieten möchte ist verpflichtet, die Summe vom Wohnförderkonto vor dem Eintritt in den Ruhestand zu versteuern. Schließlich hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die Wohn-Riester Förderung lediglich für eine selber bewohnte Immobilie greift. Jedoch lassen sich Verluste auffangen, wenn der Zulagenberechtigte innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren eine neue Immobilie erwirbt, die auch selber genutzt wird. Dieses Kriterium greift auch für den Erwerb eines Dauerwohnrechts in einem Seniorenheim. Innerhalb eines Zeitfensters von einem Jahr kann auch ein herkömmlicher Riesterrenten-Vertrag abgeschlossen werden, in den staatlich geförderte Beträge eingezahlt werden.

Muss der Immobilienbesitzer beispielsweise berufsbedingt umziehen, darf das Wohneigentum befristet vermietet werden. Jedoch muss der Eigentümer bis spätestens zum 67. Lebensjahr wieder eingezogen sein, wenn keine Zulagen verloren gehen sollen.

Wohn-Riester: clever Geld sparen

Die staatliche Förderung für den Erwerb oder Bau einer Immobilie, die selber bewohnt werden soll, gehört zu den unschlagbaren Vorteilen von Riester-Bausparverträgen gegenüber nicht geförderten Verträgen. Die Förderkriterien erweisen sich, wie bei einem herkömmlichen Bausparvertrag auch nur dann als lohnenswert, wenn tatsächlich Wohneigentum angeschafft wird.

Alle, die sich für einen Riester-Bausparvertrag entscheiden, können sich vorab einen Spa und Tilgungsplan erstellen lassen, der auch die Riester-Zulagen enthält. Vorzugsweise sollte der Vertrag zu dem Zeitpunkt zuteilungsreif gestellt werden, zu der eine Immobilie gekauft oder gebaut wird. Mit einem riestergeförderten Bausparvertrag oder einem anderen Produkt, profitiert der Häuslebauer von enormen Einsparungen durch die Hilfe von Vater Staat.

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Butkiewicz

Autor: Adam Butkiewicz, Hypochart GmbH

Adam Butkiewicz ist Geschäftsführer und Gründer der HypoChart GmbH, dem Online-Spezialisten für Vergleich und Entwicklung von Baufinanzierungszinsen.