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Energetische Sanierung

Mehr Unabhängigkeit:
Energetische Sanierung des Eigenheims

Ziel: Energieeffiziente Immobiliensanierung

In Zeiten steigender Energiepreise stellt sich vielen Immobilienbesitzern die Frage, welche Möglichkeiten es gibt Energiekosten einzusparen und somit die Lebenshaltungskosten zu senken. Dem Bedarf nach einer besseren Energieeffizienz stehen dabei nur ungenaue Vorstellungen über die möglichen Modernisierungsmaßnahmen gegenüber. Dies zeigt sich auch daran, dass viele Hauseigentümer nur die ungefähre Höhe ihrer Heizungs-, Strom- und Warmwasserkosten angeben können.

Häufig gibt es am Jahresende ein böses Erwachen, wenn man hohe Nachzahlungen an seinen Energieversorger leisten muss. Außerdem wird zumeist davon ausgegangen, dass durch einen bewussteren Umgang mit den knappen Ressourcen die Kosten gesenkt werden können. Dazu zählen beispielsweise das Herunterdrehen der Heizung sowie das Nichtheizen von nicht genutzten Zimmern.

Der Einsatz energieeffizienter Elektrogeräte und Baumaßnahmen wie eine Fassadendämmung, einem Fensteraustausch oder die Erneuerung der Heizungsanlage kann einen weiteren Beitrag zur Kostensenkung leisten. Insbesondere bei der erstgenannten Option gilt aber zu bedenken, dass eine zu niedrige Beheizung auch den gegenteiligen Effekt hervorrufen kann. Durch ein verändertes Nutzungsverhalten kann die Bausubstanz angegriffen werden, da die Oberflächentemperaturen an den Außenwänden sinkt. Die Gefahr von Schimmel steigt dadurch rapide an.

Vor der Aufnahme von Sanierungsmaßnahmen steht die Planung

Bevor irgendwelche Schnellschüsse durchführt werden, empfiehlt es sich, zunächst die Schwachpunkte seiner Immobilie durch einen Energieberater durchleuchten zu lassen. Dieser kann ein Gutachten über die Bauteile wie Wände, Fenster und Heizungsanlagen anfertigen und insbesondere die Stellen der höchsten Energieverluste aufdecken. Auch eine Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigt die zu den individuellen finanziellen Möglichkeiten erfolgversprechendsten Sanierungsmaßnahmen auf.

Als Kritikpunkt lässt sich natürlich einwenden, dass eine umfangreiche Modernisierung zu einem energiesparenden Eigenheim eine Menge Geld kostet. Dies stimmt einerseits, andererseits wird das Energieeinsparpotenzial oft unterschätzt. Technisch lässt sich gegenwärtig der Energieverbrauch eines durchschnittlich großen Einfamilienhauses um fast 90 % reduzieren. Dabei kann nur die Erneuerung der Heizungsanlagen Kosteneinsparungen von bis zu 75 % hervorrufen. Andere Maßnahmen wie das Auswechseln von Glühbirnen werden in ihrer Effektivität dagegen meist überschätzt.

Das zu erreichende Ziel der Modernisierung festlegen

Vor dem Tätigen von hohen Investitionen in die Bausubstanz sollte man zunächst das Ziel festlegen, dass durch die Modernisierungen erreicht werden soll. Dabei ist auf die Verhältnismäßigkeit zu achten. Für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen Richtwerte für den Heizenergieverbrauch vor. Neubauten benötigen zum Beheizen häufig weniger als 100 kWh Heizenergie auf 1 m2 Wohnfläche. Diese Werte sind auch von Altbauten zu erreichen, setzen aber ein immenses Investitionsvolumen voraus. In diesem Zusammenhang gilt aber zu bedenken, dass energieeffizientes Modernisieren nicht gleichbedeutend mit dem Erreichen des Maximums an Energieeinsparungen ist. Das Ziel sollte immer sein, mit jeder geplanten Modernisierung den maximalen Zugewinn an Kosteneinsparungen zu realisieren. Ein weiteres Argument dafür ist die Begrenztheit der finanziellen Ausstattung. Häufig kann eine Sanierung nur sukzessive durchgeführt werden. Bei jedem Schritt ist also die Alternative zu wählen, die den größten zusätzlichen Einspareffekt bewirkt. Hierbei gilt: Die Minimierung von Wärmeverlusten steht vor der Optimierung der Wärmeerzeugung.

Das ist bei der Sanierungsplanung zu bedenken

Nach der Zielsetzung steht die Planung der einzelnen Schritte, also welche Sanierungsmaßnahmen wann durchgeführt werden sollen. Dabei ist immer eine ganzheitliche Betrachtung der Immobilie zu gewährleisten. Aber was bedeutet das genau? Entschließt sich beispielsweise der Besitzer eines Altbaus zur Erneuerung aller Fenster, so wird er sehr wahrscheinlich geringfügige Effekte auf seine Energiebilanz verzeichnen können. Gleichzeitig wird er sich aber wundern, warum trotz einer relativ hohen Investition die Energiekosten nicht im gewünschten Maße gesunken sind. Zwar kann kaum Wärme über die Fenster mehr entweichen, stattdessen gelangt aber nun ein Großteil der Wärme durch die brüchige Fassade nach draußen. Es ist also sinnvoll im gleichen Schritt auch die Fassade dämmen zu lassen. Zu den größten Verlustbringern in Sachen Heizwärme zählen die sogenannten Wärmebrücken. Dies sind Gebäudeteile mit sehr geringer Dämmung, wie beispielsweise die Rollladenkästen oder der Bereich zwischen Decke und Wand, die die Wärmemenge sehr gut leiten und somit den Großteil der Energieverluste verursachen. Diese Stellen werden daher zumeist vorrangig beseitigt.

Der Energieausweis als Ansatz zur zielgerichteten Sanierung der eigenen vier Wände

So kommt man zu einem Energieausweis

Um zunächst einen Anhaltspunkt zu erhalten, wie effizient das jeweilige Eigenheim die zugeführte Energie speichert, sollte man sich einen Energieausweis anfertigen lassen. Dieser kann durch einen professionellen Energieberater ausgestellt werden. Auch wenn dieser Vorgang wiederum Kosten verursacht, können dadurch schon im Vorfeld die energetischen Schwachpunkte aufgedeckt werden. Es empfiehlt sich für die Beratung den Zuschuss des Staates in Anspruch zu nehmen. Ein solcher Antrag wird in der Regel von dem beauftragten Energieberater durchgeführt. Auch wenn dieser Zuschuss nicht für die Gesamtkostenhöhe der Beratung aufkommt, wird zumindest ein Teil abgedeckt. Im Allgemeinen ist der vom Beratenden zu übernehmende Kostenanteil von der Anzahl der im Gebäude befindlichen Wohneinheiten abhängig.

Der Energieausweis

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert die Energieberatung vor Ort. Um den Energieberater vor Ort zu finden, besuchen Sie das Webangebot der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Telefonisch lässt sich ein Beratungstermin unter der Rufnummer 09001 3637443 festmachen. Kostenmäßig muss man bei einem Gespräch in einer der Beratungsstellen mit nur 5 € rechnen. Für einen Besuch vor Ort fallen 45 € an. Für ein erfolgreiches Beratungsgespräch ist es unumgänglich, dass Sie das letzte Schornsteinfegerprotokoll, die Baupläne des zu betrachtenden Objekts, die letzte Energiekostenabrechnung, möglichst aussagekräftige Fotos der energetisch problematischen Bauteile, Unterlagen zu den im Haus befindlichen Elektrogeräten oder sonstige bedeutsame Unterlagen mitbringen.

Dabei ist das Vorgehen eigentlich immer gleich und gliedert sich in die folgenden Schritte:

Schritt 1: Die Aufnahme des Ist-Zustands der Immobilie

Am Anfang wird jeder Energieberater den Zustand der Bausubstanz und der Heizungsanlage analysieren, bewerten und in einem Bericht schriftlich festhalten. Hierbei steht die Frage „An welcher Stelle geht die meiste Energie verloren?“ im Mittelpunkt. Als Analysegrundlage werden die Daten über das jeweilige Gebäude wie der Haustyp, das Baujahr, die Anzahl der Wohneinheiten im Gebäude sowie die Größe der mit Wärme zu versorgenden Wohnfläche herangezogen. Anschließend stuft der Energieberater die Immobilie separat nach folgenden Gesichtspunkten: die Außenwandflächen, die Fensterflächen, die Dachflächen, die Außenflächen von beheizten Dach- und Kellerräumen und die unbeheizten Innenwände. Gesondert betrachtet werden häufig anzutreffende Wärmebrücken wie Balkonplatten, Rollladenkästen, Heizkörpernischen und Gebäudeecken. Zur theoretischen Heizenergiebedarfsermittlung muss zunächst noch die Gebäudehülle wärmeschutztechnisch eingeordnet werden. Außerdem berechnet der Energieberater das Volumen der Baueinheiten, um den Lüftungswärmebedarf zu erfassen. Optional kann auch die Dichtigkeit des Hauses gemessen werden, indem die Lüftungsverluste durch Türen, Fenster und Kamine in die Rechnung mit aufgenommen werden. Der Kern dieser Analyse ist die Bewertung der Heizungsanlage. Dabei werden als Faktoren der Typ der Anlage, deren Nennleistung, der Wirkungsgrad, die Art der Wärmeerzeugung, die in der Vergangenheit verbrauchte Energiemenge, der Zustand der Abgasanlage, das Verteilungsnetz sowie mögliche Schwachstellen wie die Steuerungs- und Regelungstechnik herangezogen. Diese gemessenen oder berechneten Kennzahlen bilden die Basis für eine ganzheitliche Auswahl der wirtschaftlichsten Baumaßnahmen.

Schritt 2: Der Beratungsbericht

Nach der Aufnahme der genannten Zustandsgrößen erstellt der verpflichtete Energieberater einen schriftlichen Bericht, der neben den Kennzahlen noch folgende Punkte enthält:

  • eine Schwachstellenanalyse,
  • eine Liste von energieeinsparenden Baumaßnahmen mit den dazu gehörigen Kosten (Hierbei werden immer auch alternative Modernisierungsideen inklusive möglicher Eigenleistungen präsentiert),
  • eine Gegenüberstellung des Ist- zum Sollzustand und die dadurch erzielbaren Einsparungen,
  • eine Aufstellung der Menge des Schadstoffausstoßes nach und vor den vorgeschlagenen Maßnahmen,
  • eine Wirtschaftlichkeitsberechnung,
  • eine Zusammenstellung der im Schritt 1 aufgenommenen Kennzahlen,
  • eine Zusammenfassung zuzüglich einer empfohlenen Vorgehensweise.

Schritt 3: Das abschließende Beratungsgespräch

Vor dem Gespräch überprüfen Mitarbeiter des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den verfassten Bericht. Danach wird entschieden, ob der Antrag auf Förderung bewilligt wird. Das Abschlussgespräch dient der Besprechung der Sanierungsmaßnahmen und der zeitlich und wirtschaftlich sinnvollsten Vorgehensweise. Dabei wird natürlich der Energieberater seine Sichtweise über das untersuchte Objekt darlegen und hilfreiche Tipps geben. Außerdem sollte er einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme der Europäischen Union, der Bundesregierung, der einzelnen Bundesländer sowie durch weitere lokale Stellen geben. Interessant sind hierbei die Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner. Werden diese nicht genannt, fragen Sie unbedingt nach.

Wärmebrücken durch Infrarot-Thermografie finden

Thermografie-Foto eines gut isloierten Einfamilienhauses

Versteckte Verluststellen der Wärmezirkulation in einem Altbau lassen sich in der Regel nur schwer ausfindig machen. Um Wärmebrücken möglichst effizient und ohne dauerhafte Beschädigungen zu lokalisieren, wird gegenwärtig zumeist auf eine Infrarot-Thermografie zurückgegriffen. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera wird die jeweilige Immobilie von außen im beheizten Zustand fotografiert. Die dabei aufgenommenen Bilder zeigen die unterschiedlichen Oberflächentemperaturen auf einer Skala von blau bis rot. Blaue Flächen repräsentieren gut isolierte Bereiche, wohingegen Rote große Wärmeübergänge repräsentieren. Die Aufnahmen werden während der kälteren Jahreszeiten gemacht, um ein möglichst detailliertes Bild der größten Wärmeverluste zu machen.

Der Vorteil bei dieser Methode liegt darin, dass auch Laien schnell erkennen können, welche Schwachstellen das Eigenheim besitzt. Weiterhin ist es mittlerweile möglich die Feuchtigkeit von Wänden oder durch Nässe unbrauchbar gewordenes Dämmmaterial kenntlich zu machen. Auch bei Dachschrägen oder zur Bewertung des Mauerputzes stellt diese Methode ein probates Mittel dar. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht in der Kenntlichmachung von Luftundichtigkeiten des Objektes. Dadurch lassen sich Mängel schnell ausmerzen und die Wärmekosten auf lange Sicht deutlich senken.

Modernisierung des Eigenheims - nützliche Maßnahmen

Die Kellerräume als Ausgangspunkt von Energieeinsparungen

Bevor man Verbesserungen hinsichtlich der Kellerräume in Angriff nimmt, sollte man sich zunächst überlegen, ob diese wirklich genutzt und dauerhaft beheizt werden. Eine Dämmung empfiehlt sich grundsätzlich nur bei beheizten Bereichen. Weitere Argumente gegen eine Abdichtung der Kellerräume ist der ungenügende Wärme- und Feuchtigkeitsschutz. In den meisten Fällen stehen die Modernisierungskosten in keinem Verhältnis zum späteren Nutzen. Insbesondere bei Altbauten sollte zunächst der Ist-Zustand des Kellers von einem Experten ermittelt werden, bevor Baumaßnahmen ergriffen werden. Als Laie verfügt man meist nicht über Erfahrungswerte, um die Sanierungskosten adäquat abschätzen zu können. Möchte man trotzdem den Kellerraum energetisch auf Vordermann bringen und beträgt die Raumhöhe mindestens 2 m, so sollte man mit der Dämmung des Bodens beginnen.

Speziell die Kellerdeckendämmung kann energetische Vorteile bringen

Betrachtet man die Kellerdecke, so trennt diese die Wärmemenge des Erdgeschosses von der zumeist unbeheizten Kellerfläche. Die Temperatur innerhalb des Kellers ist relativ konstant und schwankt nicht so stark wie die Oberflächentemperaturen an den Außenflächen des Gebäudes. Aufgrund dessen reicht hier eine dünnere Dämmschicht aus, die durch Eigenleistung von unten an die Decke geklebt oder gedübelt werden kann. Verfügt man über eine hohe Kellerdecke, so lässt sich natürlich auch dickeres Dämmmaterial anbringen. Ist man Eigentümer einer Immobilie, die zwischen der Gründerzeit und den 50er Jahren gebaut wurde, so verfügt man über sehr hohe Raumhöhen. In diesen Fällen ist auch eine Dämmung des Erdgeschossbodens möglich. Bezogen auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis stellt eine zusätzliche Dämmung der Wärme leitenden Flächen die effizienteste Modernisierungsmaßnahme dar.

Die Dämmung der Wandflächen von außen

Außenwand Isolierung

Um die eingeführte Energie möglichst ohne große Wärmeverluste nutzen zu können, stellt die Installation eines Wärmeverbundsystems die 1. Wahl dar. Hierbei muss gewährleistet sein, dass das Dämmmaterial mindestens 12 cm dick ist. Je mehr Schichten aufgetragen werden, desto höher fallen letzten Endes auch die Kosteneinsparungen aus. Außerdem verbessert sich der Schutz gegenüber Schimmelpilzbefall. Die Kosten bei dieser Methode sind in den meisten Fällen überschaubar. Eine Ausnahme bilden Mehrfamilienhäuser, bei denen durch die vorgegebenen Brandschutzbestimmungen die Ausgaben für Dämmstoffe stärker zunehmen können. Man sollte also im Vorfeld kalkulieren, ob 1 cm an zusätzlichem Material wirtschaftlich noch zu vertreten ist. Vor der Installation eines Wärmedämm-Verbundsystems muss man fairerweise darauf hinweisen, dass die Kosten mit einer hohen Anzahl an Fenstern und Kanten exponentiell ansteigt. Das Anbringen der Dämmmatten ist mit sehr viel Zeit verbunden und lässt die Arbeitskosten oft sprunghaft ansteigen. Je besser die vorhandene Bauphysik ist, desto so größer sind die beobachtbaren Effekte.

Im Normalfall rechnet man mit einem Nutzungszeitraum der Außendämmung von über 30 Jahren. Dieser lange Zeitraum erschwert natürlich eine Kosten-Nutzenrechnung erheblich, da eine Vorhersage der Preisentwicklung für Energieträger über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahre kaum möglich ist. Erfahrungsgemäß amortisiert sich eine Investition in die Hausdämmung in einen Zeitraum zwischen 10 und 20 Jahren. Neben den reinen Ausgaben und Einnahmen, sind auch Nebeneffekte zu berücksichtigen. Durch eine bessere Isolation verbessert sich im Regelfall auch das Raumklima.

Wärmedämmung von innen

Neben den Außenflächen besteht die Option von innen die Wände mit Dämmmaterial zu verkleiden. Diese Alternative wird zumeist dann in Erwägung gezogen, wenn die Fassade des Altbaus möglichst unverändert bleiben soll. Um der Gefahr von zu hoher Feuchtigkeit in der Innendämmung zu vermeiden, sollten folgende Aspekte bedacht werden: Es muss immer eine diffusionsdichte Folie zwischen dem Innenraum und dem Dämmmaterial eingebracht werden, damit kein Wasserdampf in das neu eingefügte Material eindringen kann. Alle Anschlüsse müssen zur Verhinderung von Wärmebrücken luftdicht abgeschlossen sein. Die Außenfassade muss gegen Schlagregen geschützt werden. Jedes Zimmer mit Außenwand wird durch das Heizungssystem mit Wärme versorgt. Zur Vorbeugung gegen zu hohe Feuchtigkeitswerte in den Räumen sollte auf eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zurückgegriffen werden.

Die 1. Priorität bei der Dämmung sollte immer auf der Abdichtung der Begrenzungsflächen zu den Kellerräumen und dem Dachgeschoss gelegt werden. Diese Arbeiten sind gut in Eigenregie zu realisieren, so dass neben der eingesetzten Arbeitszeit nur Materialkosten zu übernehmen sind.

Das Dach - ein möglicher Energieverschwender

Dachisolierung

Die Dachflächen eines Objektes haben bei ungenügender Dämmung einen großen Einfluss auf die Energieverluste. Bis zu 20 % der bezogenen Energiemenge kann ungenutzt über das Dach abgegeben werden. Entgegen der häufigen Fehlvorstellung dient ein gedämmtes Dach nicht nur im Winter der Wärmespeicherung, sondern schützt im Sommer auch gegen zu hohe Innentemperaturen. Neben dem konventionellen Dämmen der Zwischensparren lässt sich zusätzlich eine Untersparrendämmung anbringen. Dabei werden die Dachflächen komplett mit Dämmmaterial wie beispielsweise Stein- oder Glaswolle ausgelegt und wärmetechnisch optimiert. Zur Energieeinsparungsmaximierung empfiehlt es sich die Dämmschicht luft- und winddicht zu installieren und eine Dampfsperre einzubauen. Als Nebeneffekt der Dachmodernisierung lässt sich der Dachüberstand verlängern. Dies ermöglicht im Folgeschritt eine einfachere Fassadendämmung.

Sinnvolle Vorgehensweisen bei der Dachsanierung

Kostenmäßig gibt es große Unterschiede aufgrund der baulichen Gegebenheiten. Möchte man beispielsweise 12 cm dicke Dämmplatten zwischen den Sparren anbringen und zusätzlich noch eine 5 cm dicke Schicht unter die Sparren auftragen, so kann man mit ungefähr 48 € pro m2 kalkulieren. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist die Entscheidung, ob man sich für eine begehbare oder nicht begehbare oberste Geschossdecke entscheidet. Zwar müssen auch nicht begehbare Geschossdecken nach den Anforderungen des Energieausweises gedämmt werden, doch lässt sich diese Arbeit häufig in Eigenregie durchführen. Dabei schlägt eine 12 cm dicke Dämmplatte nur mit durchschnittlich 12 € pro m2 zu Buche. Diese Maßnahme sorgt aber für ein gutes Raumklima der darunter befindlichen Räume und sollte die Kosten spätestens nach höchstens 12 Jahren wieder hereingeholt haben.

Neben den vorgestellten Verfahren müssen natürlich auch die Decken zwischen Wohn- und Dachgeschoss saniert werden. Die wirtschaftlichste Lösung für dieses Unterfangen ist das Einblasen von Dämmstoffen wie Zelluloseteilchen oder anderen Granulaten. Alternative Dämmmethoden sind natürlich auch möglich. Es gilt, dass in diesem Bereich nicht bei der Stärke der aufgebrachten Schichten gespart werden sollte.

Die Erneuerung der Fensterflächen

Fenster mit Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung

Betrachtet man die Infrarot-Thermographie einer Immobilie, so stellt man fest, dass durch die Türen und Fenster die größten Wärmemengen nach außen abgegeben werden. Um dies möglichst zu reduzieren, wurde die Wärmeisolierung in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert. Seit 1995 ist eine 3-fache Wärmeverglasung die Standardform unter den angebotenen Fenstergläsern. Diese hält die Temperatur auf der Innenseite des Fensters bei 16°C auch wenn draußen -10°C herrschen. Um einen Referenzwert zu erhalten, betrachten wir Fenster mit Einfachverglasung. Fällt die Außentemperatur auf -10°C, so sinkt die an der Innenseite gemessene Temperatur auf -3°C. Dieser Wert erhöht sich beispielsweise bei Isolierglas auf 9°C und einer Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung auf circa 15°C. An diesem Beispielwerten zeigt sich schon der Unterschied zwischen älteren Fensterformen zu den gegenwärtig am Markt angebotenen Modellen.

Modernisierung von Fensterflächen bei Altbauten

Insbesondere bei Altbauten ist aber bei dieser vereinfachten Sicht Vorsicht geboten. Durch eine Erhöhung der Dichtigkeit kann die Luft in den Altbauten nicht mehr wie gewohnt zirkulieren. Es kommt aufgrund der Abgeschlossenheit nicht mehr zum Austausch von Frischluft und einer Abkühlung der Innentemperatur. Folglich kann es zu erhöhter Feuchtigkeit und Schimmelbefall kommen. Man sollte sich also darüber klar sein, dass man immer das große Ganze im Auge behält. Beschränkt man sich nur auf einzelne Sanierungsmaßnahmen, so kann man schnell den gegenteiligen Effekt hervorrufen und irreparable Schäden verursachen. Vor der Durchführung dieser Modernisierungsmaßnahmen muss also möglichst von einem Experten geplant werden, wie die Räume nach Abschluss belüftet werden können.

Über den Austausch der Heizungsanlage zu großen Kosteneinsparungen

Neben der Speicherung der Energie zählt auch die Erhöhung des Wirkungsgrades der Energiewandler zu den wichtigsten Modernisierungsmaßnahmen. Speziell die Heizungsanlage soll in diesem Rahmen unter die Lupe genommen werden. Eine Analyse des Ist-Zustandes der vorhandenen Anlagen sollte Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Aus welchen Teilen besteht die vorhandene Anlage?
  • Wie alt sind diese?
  • Arbeitet die Anlage vorschriftsmäßig und ohne Probleme?
  • Wie alt ist der installierte Heizungskessel?
  • Liegt der Wirkungsgrad des Heizungskessels auf einem annehmbaren Niveau?
  • Sind die Leitungen, die das Gebäude mit Wärme versorgen, ausreichend isoliert?
  • Dauert es sehr lange, bis das Wasser warm wird? Wenn ja, sollten Sie sich umgehend Rat von dem Gas- und Wasserinstallateur ihres Vertrauens holen.
  • Aus welchen Energieträgern speist sich die zur Verfügung gestellte Wärmemenge?
  • Wie werden sich die Preise für die Energieträger in Zukunft entwickeln? Insbesondere bei fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas wird zukünftig mit Preissteigerungen gerechnet, da kaum noch neue Vorkommen mit großem Potenzial gefunden werden.
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Entwicklungen der Heizungstechnik in den letzten Jahrzehnten

Falls sich in ihrem Altbau ein alter Öl- oder Gasbrenner befindet, sollten Sie sich Gedanken über einen Austausch machen. Die Hersteller dieser Geräte haben in den letzten Jahren gewaltige Entwicklungssprünge in Sachen Energieeinsparungen verzeichnen können. Im Zusammenhang mit Heizkesseln wird häufig über die Erhöhung des Nutzungsgrades argumentiert. Diese Kennzahl bemisst die Effizienz der Anlage und steht für das Verhältnis zwischen pro Zeiteinheit zur Verfügung gestellter Energiemenge zur eingeführten Energiemenge. Es ist offensichtlich, dass neue Kessel einen besseren Wert aufweisen als Altgeräte. Gründe hierfür sind eine Verringerung der Betriebstemperaturen, der Einsatz neuer und wirkungsvoller Dämmmaterialien und die Senkung der Abgaswerte. Beispielsweise war es früher üblich Heizkesse so zu bauen, dass der Entwicklung von Korrosion durch eine dauerhafte Temperatur von über 70° C im Kessel begegnet wurde. Der negative Nebeneffekt war dabei in Verbindung mit einer schlechten Isolierung ein hoher Wärmeverlust.

Beispiel für das Einsparpotenzial von Wärmekosten durch den Austausch des Kessels

Öl-Heizanlage

Falls Sie bei ihrer Anlage im Heizungsraum hohe Temperaturen verzeichnen, ist dies ein Indiz für einen akuten Handlungsbedarf. Im Vergleich zu aktuellen Angeboten weisen alte Kessel im Schnitt nur einen Nutzungsgrad von circa 63 %. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Rest der Wärmeenergie ungenutzt an die Umwelt abgegeben wird. Mittlerweile haben sich Brennwertkessel als Standardgeräte durchgesetzt und die alten Konstanttemperaturkessel sowie Niedertemperaturkessel vom Markt verdrängt. Trotz immer noch falsch lautender Empfehlungen für einen Niedertemperaturkessel ist der Brennwertkessel gegenwärtig die 1. Wahl. Durch die niedrigeren Rücklauftemperaturen wird die dem Brennstoff innewohnende Energiemenge optimal ausgenutzt. Insbesondere in Verbindung mit dem Einbau neuer Heizkörper kann durch diese Modernisierungsmaßnahme zukünftig viel Geld gespart werden. Dies zeigt folgendes Beispiel eines Vergleiches zwischen einem Eigenheim aus den 80er Jahren und einem Neubau. Bei einer 150 m2 großen Wohnfläche und einem angenommenen Heizölverbrauch von 10 Litern pro m2 und Jahr ergibt sich ein Gesamtverbrauch von 3000 Litern. Durch den Austausch des alten Kessels und der Erneuerung der Brennwerttechnik lässt sich ein Einsparpotenzial bezogen auf den Energieverbrauch von 40 % realisieren. Nach einem Jahr würde man also 1200 Liter weniger verbrauchen. Bei einem Preis von 89,03 € im April 2012 ergeben sich Einsparungen von 1068,36 €. Ein weiterer positiver Effekt ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

Ein weiteres Problem, das schon im Vorfeld durch eine gute Planung ausgeschlossen werden kann, ist eine falsch ausgewählte Umwälzpumpe. Diese Pumpe sorgt für den Kreislauf der Wärme im Leitungsnetz und den Heizkörpern. Beim Einbau eines zu leistungsstarken Gerätes wird unnötigerweise zu viel an Strom verbraucht. Ein Indiz für eine Überdimensionierung ist ein Pfeifton, der kurzfristig durch Überströmventile beseitigt werden kann. Leider kann man den hohen Energieverbrauch dadurch nicht verringern. Mittlerweile sind aber auf dem Markt geregelte Umwälzpumpe vorhanden, die Abhilfe schaffen können. Für Ein- oder Zweifamilienhäuser reicht in den meisten Fällen das kleinste verfügbare Pumpenmodell aus.

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Butkiewicz

Autor: Adam Butkiewicz, Hypochart GmbH

Adam Butkiewicz ist Geschäftsführer und Gründer der HypoChart GmbH, dem Online-Spezialisten für Vergleich und Entwicklung von Baufinanzierungszinsen.