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Bauzinsen Entwicklung: historisch niedriges Zinsniveau

Aktuelle Bauzinsen Entwicklung 2016

1. Bauzinsen auf Niedrigst-Niveau: Ergebnis der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Die Zinsen für Immobilienkredite sind auf einem historisch niedrigen Niveau angelangt. Die Kreditzinsen hatten im April 2015 einen neuen Tiefstand erreicht, waren aber bis zur Jahresmitte 2015 wieder etwas angestiegen. Anschließend fielen die Baufinanzierungs-Zinsen bis März 2016 schrittweise wieder zurück – bei kürzeren Zinsbindungsfristen sogar unter die bis dahin erreichten Niedrigstände von April 2015.

Nach einem leichten Anstieg bis Juni 2016 erreichten die Zinsen für 5- und 10-jährige Zinsbindungsfristen Anfang Juli 2016 einen neuen historischen Tiefstand, während 15- und 20-jährige Kredite zu ähnlichen Effektivzinsen wie zum günstigsten Zeitpunkt des Jahres 2015 erhältlich waren. Nur für 25- und 30-jährige Zinsbindungen lagen die Baufinanzierungszinsen im Juli 2016 geringfügig über dem historischen Tief vom April 2015.

Die Baufinanzierungszinsen zeigen Anfang Juli 2016 kurzfristig weiterhin leicht nach unten. Auf mittlere Sicht tendieren die Baufinanzierungszinsen unverändert seitwärts bis abwärts.

Die Hauptursache für das extrem niedrige Zinsniveau liegt in der auf Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die mit einer massiven Geldmengen-Ausweitung einhergeht. Volkswirtschaftliche Fakten wie Geldentwertung oder Konjunkturdaten haben derzeit allenfalls einen mittelbaren Einfluss auf das Zinsniveau: Die Notenbanken dominieren mit ihrer Geldpolitik derzeit die Zinsentwicklung.

Wie sich die britische Referendums-Entscheidung vom 23. Juni 2016 für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auf das Zinsniveau im Euroraum und auf die europäischen Immobilienmärkte auswirken wird, ist derzeit nur ansatzweise absehbar (Stand 11. Juli 2016).

Chart: Entwicklung der aktuellen Bauzinsen

1.1 Die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen seit 2015

Je länger die Zinsbindung für ein Baudarlehen, desto stärker schwanken üblicherweise die Bauzinsen, wenn sich das Zinsniveau am Kapitalmarkt ändert.

Zinsbindung 5 Jahre:

  • Anfang Januar 2015: 1,00 Prozent
  • April 2015 (Zwischentief): 0,80 Prozent
  • Juni 2015 (Zwischenhoch): 1,21 Prozent
  • Anfang Juli 2016: 0,76 Prozent

Zinsbindung 10 Jahre:

  • Anfang Januar 2015: 1,35 Prozent
  • April (Zwischentief): 0,98 Prozent
  • Juni (Zwischenhoch): 1,61 Prozent
  • Anfang Juli 2016: 0,87 Prozent

Zinsbindung 30 Jahre:

  • Anfang Januar 2015: 2,34 Prozent
  • April (historischer Tiefpunkt): 1,71 Prozent
  • Juni (Zwischenhoch): 2,72 Prozent
  • Anfang Juli 2016: 1,95 Prozent

Weiter zu den aktuellen Bauzinsen Konditionen

Bundesanleihen werfen kaum Rendite ab

1.2 Enge Verbindung zwischen Bauzinsen und Anleihe-Renditen

Die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen steht in einem engen Zusammenhang mit den Renditen langfristiger Anleihen.

1.2.1 Bundesanleihen

Bundesanleihen sind von der Bundesrepublik Deutschland (seit 1952) herausgegebene festverzinsliche Wertpapiere.

  • Bundesanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten weisen Negativverzinsungen auf (dreijährige Bundesanleihen: -0,62 Prozent).
  • Erst ab fünfzehnjährigen Laufzeiten erzielen Anleger eine minimale positive Rendite von 0,05 Prozent.
  • Selbst langlaufende 30-jährige Bundesanleihen werfen gerade einmal eine Bruttorendite von 0,42 Prozent ab (Stand: 4. Juli 2016; zum Vergleich Anfang März 2016: 0,97 Prozent). Diese bescheidenen positiven Zinserträge werden zudem noch durch Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Inflation geschmälert.


1.2.2 Der Euro-Bund-Future: Indikator für das langfristige Zinsniveau

Ein wichtiger Indikator für das langfristige Zinsniveau ist der Euro-Bund-Future, dem ein standardisierter Terminkontrakt auf eine zehnjährige Bundeanleihe mit 6-prozentiger Nominalverzinsung zugrunde liegt. Steigenden Kursen des Euro-Bund-Future entsprechen sinkende Verzinsungen für zehnjährige Anleihen.

Der Euro-Bund-Future, der Mitte 2008 zu Kursen um 110 Punkte gehandelt wurde und Ende 2013 bei 140 Punkten lag, erreichte im April 2015 seinen Höchstwert von 160,65. Im Juni fiel der Euro-Bund-Future wieder bis auf 148,23 Punkte zurück. Am 5. Juli 2016 stieg der Indikator mit 167,46 auf einen neuen historischen Höchststand (Anstieg von 9,6 Prozent (!) innerhalb von 12 Monaten) und signalisierte damit kurzfristig weiter fallende Zinsen.

1.2.3 Pfandbriefe

Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die von einer Pfandbriefbank ausgegeben werden. Pfandbriefe gelten als besonders sicher, da sie mit bestimmten Sicherheiten unterlegt werden.

  • Hypothekenpfandrechte werden mit Grundpfandrechten besichert.
  • Öffentliche Pfandbriefe („Kommunalobligationen“) erhalten eine Absicherung mit Forderungen gegen die öffentliche Hand.
  • Für Schiffs- und Flugzeug-Pfandbriefe haften dem Anleger Schiffs- bzw. Flugzeughypotheken.

Öffentliche Pfandbriefe (auch „Kommunalobligationen“) erhalten eine Absicherung mit Forderungen gegen die öffentliche Hand. Öffentliche Pfandbriefe verfügen gewöhnlich über eine etwas höhere Verzinsung als Anleihen, gelten jedoch als gleichermaßen sicher, da ihre Bonität auf Garantien einer öffentlich-rechtlichen Anstalt oder Körperschaft beruht. Öffentliche Pfandbriefe werfen nur noch geringe Zinsen ab.



Die Effektivverzinsung von „Jumbo-Pfandbriefen“, die aufgrund ihres Emissionsvolumens von mindestens einer Milliarde Euro eine besonders hohe Liquidität aufweisen, lag am 4. Juli 2016 je nach Restlaufzeit bei 0,43 Prozent (sechs- und sieben-jährige Laufzeiten), 0,39 (neunjährige Laufzeit) und 0,71 Prozentpunkte Laufzeit 10 bis 15 Jahre) oberhalb der Rendite von Bundesanleihen.

  • Pfandbriefe mit einer Laufzeit von zwei Jahren wiesen mit -0,21 Prozent die höchste negative Rendite auf.
  • Eine positive Verzinsung erzielten erst sechs- und siebenjährige Pfandbriefe mit kleinsten Verzinsungen von 0,04 bzw. 0,05 Prozent.
  • Achtjährige Laufzeiten warfen 0,35 Prozent und neunjährige Jumbo-Pfandbriefe 0,23 Prozent ab, während zehn- bis 15-jährige Jumbo-Pfandbriefe immerhin mit 0,62 Prozent rentierten (Stand: 4. Juli 2016) und damit allerdings 0,3 Prozentpunkte niedriger als Anfang März 2016.

Weniger liquide Pfandbriefe und Inhaberschuldverschreibungen verzinsten sich etwas besser. Die positive Rendite-Differenz zu Bundesanleihen betrug 0,60 bis 1,04 Prozentpunkte – bei einem Laufzeit-durchschnittlichen Mittelwert von 0,67 Prozentpunkten.

  • Die weniger liquiden Pfandbriefe wiesen durchweg noch positive Verzinsungen auf, die Anfang Juli 2016 bei Laufzeiten unterhalb eines Jahres bei 0,16 Prozent lagen (Anfang März noch 0,52 Prozent).
  • Im Laufzeitenbereich zwischen zwei und fünf Jahren konnten Zinsen in Höhe von 0,11 bis 0,14 Prozent und bei sechs- bis neunjährigen Titeln 0,31 bis 0,44 Prozent erzielt werden.
  • 10- bis 15-jährige Pfandbriefe verfügten über Durchschnitts-Renditen von 0,94 Prozent. (Stand: 4. Juli 2016)

Warum sind ide Bauzinsen so niedrig?

2. Hintergründe der historisch niedrigen Bauzinsen

Die allgemeine Zinsentwicklung wird derzeit nicht unmittelbar von bestimmten volkswirtschaftlichen Fakten, sondern vielmehr von der Zinspolitik der Notenbanken bestimmt.

2.1 EZB setzt kompromisslos niedrige Zinsen durch

Schon anlässlich des temporären Zinsanstiegs zwischen Mitte April und Juni 2015 fragten sich Bauherren und Immobilienkäufer, ob sich damit nicht bereits eine grundlegende Zinswende andeutet.

Die Zinserhöhungs-Erwartungen wurden jedoch bislang enttäuscht:

  • Angesichts niedriger Inflationsraten senkte die Europäische Zentralbank am 10. März 2016 den wichtigsten Leitzinssatz (Hauptrefinanzierungssatz) erstmals auf 0 Prozent und erhöhte die Negativzinsen für bei ihr unterhaltene Einlagen auf -0,40 Prozent (zuvor 0,3 Prozent).
  • Außerdem weitete die Notenbank ihr Anleihen-Kaufprogramm ab April 2016 von monatlich 60 auf 80 Milliarden Euro aus. Das Programm wurde zudem um sechs Monate bis „mindestens“ März 2017 verlängert.
  • Ab Juni 2016 erwirbt die EZB nicht nur Staats-, sondern auch Industrieanleihen.

2.1.1 Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank

Um einen ausreichenden „Sicherheitsabstand“ von einer deflationären Entwicklung sicherzustellen, strebt die EZB eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Die Gefahr einer Deflation besteht darin, dass Verbraucher und Unternehmen bei zurückgehenden Preisen Konsum und Investitionen aufschieben, um in Zukunft von den dann noch günstigeren Preisen zu profitieren.

Trotz aller Bemühungen der Notenbank stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindix (HVPI) für die Eurozone in den zurückliegenden Monaten gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat jedoch kaum noch an.

  • April 2015: Eurozone: 0,0 (Deutschland: +0,5 %)
  • Mai 2015: +0,3 % (+0,7 %)
  • Juni 2015: +0,2 % (+0,3 %)
  • Juli 2015: +0,2 % (+0,2 %)
  • August 2015: +0,1 % (+0,2 %)
  • September 2015: -0,1% (0,0 %)
  • Oktober 2015: +0,0 (+0,3 %)
  • November 2015: +0,1% (0,4 %)
  • Dezember 2015: +0,2 (+0,3 %)
  • Januar 2016: +0,3 % (+0,5 %)
  • Februar 2016: -0,2 % (+0,0 %)
  • März 2016: +0,0 % (+0,3 %)
  • April 2016: -0,2 % (-0,1 %)
  • Mai 2016: -0,1 % (+0,1 %)

Die Hoffnung der Notenbank, dass sich die Inflation in Richtung der EZB-Zielmarke von 2 Prozent entwickeln werde, erfüllte sich bisher nicht. Damit liegen nach der Bewertung der Zentralbank die Voraussetzungen für eine Zinserhöhung nicht vor, wohl aber (nach Ansicht der Zentralbank) die Bedingungen für eine Fortführung und ggf. sogar Intensivierung der expansiven Geldpolitik.



2.1.2 Inflations-Prognosen

Für die kommenden Jahre werden zwar ansteigende, jedoch unter der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent liegende Inflationsraten erwartet.

  • Anfang Juni 2016 erklärte Notenbank-Präsident Mario Draghi, dass die EZB für 2016 von einer Geldentwertungsrate von 0,2 Prozent ausgehe (bislang 0,1 Prozent). Für 2017 prognostiziert die EZB (seit März 2016) 1,3 Prozent und für 2018 1,6 Prozent Inflation.
  • Die sich aus einem Brexit ergebenden Risiken hatte die EZB aber in ihren bisherigen Prognosen ausdrücklich noch nicht berücksichtigt.

2.1.3 Die Leitzinssenkungen der EZB

Zuletzt senkte die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen am 10. März 2016.

  • Der wichtigste Leitzins der EZB, der bei Ausleihungen an die Geschäftsbanken gegen notenbankfähige Sicherheiten berechnete „Hauptrefinanzierungssatz“ liegt erstmals bei nur noch 0 Prozent (Stand: 6. Juli 2016). Zu diesem Zinssatz verleiht die EZB längerfristige Kredite an die Geschäftsbanken. Die Geschäftsbanken sollen durch den niedrigen Zinssatz zu einer stärkeren Kreditvergabe unter Gewährung günstiger Kreditkonditionen motiviert werden. Zum Vergleich: Im Juli 2011 lag der Hauptrefinanzierungssatz bei 1,5 Prozent und im Juli 2008 bei 4,25 Prozent.
  • Für kurzfristige Kredite („über Nacht“) stellt die EZB den Geschäftsbanken ihre „Spitzenrefinanzierungsfazilität“ derzeit zu einem Zinssatz von 0,25 Prozent Zinsen zur Verfügung (7/2011: 0,75%, 07/2008: 3,0%).
  • Darüber hinaus gewährt die EZB den Geschäftsbanken seit Juni 2016 vierjährige Kredite zum Hauptrefinanzierungssatz, derzeit also zinslos.
  • Für bei der Bundesbank unterhaltene Guthaben („Einlagefazilität“) belastet die EZB den Geschäftsbanken seit dem 10. März 2016 sogar einen Negativzinssatz von -0,4 Prozent (nach zuvor -0,3 Prozent; 7/2011: +2,25%, 7/2008: +5,25%). Die Zentralbank will damit einen weiteren Anreiz zur Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken setzen und vermeiden, dass die Kreditinstitute bei ihr risikolose und gut verzinste Einlagen unterhalten.
Chart: Entwicklung der Leitzinsen

2.1.4 „Quantitative Easing“: Das Anleihe-Kaufprogramm der EZB

  • Ende Januar 2015 entschied die EZB, dem Kapitalmarkt durch Ankauf von Staatsanleihen aus dem Euro-Währungsraum zusätzliche Liquidität zuzuführen („Quantitative Easing“). Das Programmvolumen soll sich zwischen März 2015 und September 2016 auf monatlich 60 Milliarden Euro, also insgesamt auf 1,14 Billionen Euro belaufen.
  • Am 10. März 2016 beschloss die EZB das milliardenschwere Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere auszuweiten. Statt 60 Milliarden Euro werde die Notenbank ab April 80 Milliarden Euro in den Markt pumpen.
  • Aufgrund der Verlängerung bis mindestens März 2017 und seiner ab April 2016 vollzogenen Volumens-Ausweitung erhöhte sich das Gesamtvolumen des Programms um 600 Mrd. Euro auf 1,74 Billionen Euro.

Info: Haftung für die von der EZB angekauften Wertpapiere

Für 20 Prozent der von der EZB aufgekauften Anleihen haftet die Eurozone als Ganzes. Für 80 Prozent der Anleihen-Summe steht die jeweilige nationale Notenbank in der Haftung. Ausgeschlossen wird derzeit nur der Ankauf griechischer Staatsanleihen, solange deren Rating nicht über Investment-Qualität verfügt. Ausnahmsweise finanziert die EZB jedoch auch Länder mit schlechter Bonität, falls sich diese in einem offiziellen Hilfsprogramm befinden.


EZB hält Zinsen in Deutschland künstlich niedrig

2.2 Kritik an der EZB-Geldpolitik

Die EZB erklärte zwar im Oktober 2015, dass sie die Geldschleusen weiter öffnen wolle, um bei entsprechendem Handlungsbedarf Impulse für eine Stärkung der Konjunktur setzen zu können. Zahlreiche Beobachter bezweifeln allerdings, ob Maßnahmen wie eine Ausweitung des Anleiheaufkaufprogramms die erwünschten Wirkungen zeitigen werden.

2.2.1 Geringe Erfolge der bisherigen EZB-Maßnahmen?

Die positiven Auswirkungen der expansiven EZB-Politik auf die Konjunktur in der Eurozone hielten sich, so Kritiker, in engen Grenzen. Es sei bisher nicht gelungen, die Konjunktur „anzukurbeln“. Die Wirtschaftsentwicklung verlief innerhalb Europas recht unterschiedlich, was auch die geldpolitische Steuerung innerhalb der Eurzone erschwert:

  • Während das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union 2015 bei 2,0 Prozent (2014: 1,4 Prozenz) und in der Eurozone bei 1,7 Prozent (2014: 0,9 Prozent) lag, stieg die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 1,7 Prozent (2014: 1,6 Prozent).
  • Spitzenreiter der Wirtschaftsentwicklung waren 2015 Irland (+7,8 Prozent), Malta (+6,4 Prozent), Luxemburg (+4,8 Prozent), Tschechien (+4,5 Prozent) und Schweden (+4,2 Prozent).
  • Am schwächsten veränderte sich die Wirtschaftsleistung Griechenlands mit -0,2 Prozent.
  • Für das laufende Jahr erwartet die OECD ein Wirtschaftswachstum der Eurozone von 1,4 Prozent, für 2017 von 1,7 Prozent. In Deutschland soll das BIP um 1,3 Prozent (2016) bzw. 1,7 Prozent (2018) zunehmen.


2.2.2 Negativzinsen für Kreditinstitute: Nicht zwangsläufig sinkende Darlehenszinsen für Bankkunden

Es ist keinesfalls sicher, dass niedrige EZB-Leitzinsen und negative Einlagenzinsen zwangsläufig zu einer Senkung der Baufinanzierungs-Zinsen durch die Geschäftsbanken führen.

  • In der Schweiz sorgten Zusatzkosten durch Negativzinsen für Banken sogar für steigende Hypothekenzinsen. Die Gefahr steigender Hypothekenzinsen zum Ausgleich von Kosten durch Negativzinsen sehen auch einige Ökonomen.
  • Auch mehr als die Hälfte der deutschen Kreditinstitute hat nach Ertrags-Rückgängen aufgrund der EZB-Niedrigzinspolitik bereits Gebührenerhöhungen durchgeführt.
  • Damit allerdings bewirken die „Strafzinsen“ das Gegenteil dessen, was die EZB eigentlich beabsichtigt: Negativzinsen für Bankeneinlagen bei der EZB kurbeln die Konjunktur nicht unbedingt an, sondern wirken durchaus auch dämpfend auf die Wirtschaftsentwicklung.

2.2.3 EZB am Rand ihrer Möglichkeiten

Angesichts bereits extrem niedriger Leitzinsen und umfangreicher Anleihe-Ankäufe gerate die EZB ohnehin an den Rand ihrer geldpolitischen Möglichkeiten und des rechtlich Zulässigen. Die EZB habe bereits ihr „Pulver verschossen“. Die konjunkturpolitische Steuerung obliege ohnehin den Mitgliedsstaaten der Eurozone, nicht aber der EZB.

2.2.4 Langfristige Gefahr einer Hyperinflation

Die massive Geldmengenausweitung durch die EZB könnte sich langfristig in einer kaum noch zu bremsenden Inflation entladen. Die bisher aus den Rentenankäufen freigesetzten Finanzmittel seien vor allem in den Aktien- und Immobilienmarkt geflossen und hätten dort möglicherweise bereits zum Entstehen gefährlicher „Blasen“ beigetragen. Sollten derartige „Blasen platzen“, dann könnten große Schäden für die Volkswirtschaft entstehen.

2.2.5 Gefährdung des Außenwertes des Euro

Behält die EZB ihre expansive Geldpolitik bei, so könnte der Euro gegenüber anderen Währungen erheblich an Wert verlieren – insbesondere dann, wenn andere Notenbanken erste Zinserhöhungen vornehmen. Importgüter wie die meist in US-Dollar gehandelten Rohstoffe würden sich verteuern.

2.2.6 Fehlsteuerung der Kreditwirtschaft

Die EZB bemängelt eine trotz Niedrigstzinsen unzureichende Kreditvergabe-Bereitschaft der Banken. Eine fundamentale Fehleinschätzung: Kreditinstitute sind schon aus betriebswirtschaftlichem Eigeninteresse dazu bereit, Darlehen an Kunden mit ausreichender Bonität zu gewähren.

  • Gäben die Kreditinstitute dem Druck der EZB nach und würden sie womöglich Darlehen vergeben, ohne ein verantwortungsvolles Risikomanagement zu betreiben, so dürfte eine neuerliche Bankenkrise nur eine Frage der Zeit sein. Die EZB wäre eine der ersten Institutionen, die dies bitterlich beklagen würden.
  • Die massive Ausweitung der Liquiditätsversorgung von Banken zu Niedrigstzinsen - in der Erwartung, der Bankensektor möge das Kreditgeschäft ausweiten - beruht daher sehr wahrscheinlich auf dem gravierenden Trugschluss der EZB, die Kreditinstitute hielten sich bewusst mit Kreditvergaben zurück.
  • Die Geldpolitik der EZB könnte sich daher noch als tragischer Irrtum herausstellen, die zwar kaum positiv Wirkungen zeige, wohl aber jedenfalls schädliche Nebenwirkungen verursache.

Auffällig ist, dass Banken in Ländern mit einer seit Jahren schwachen Konjunktur-Entwicklung wie Italien oftmals überdurchschnittlich hohe Kreditrisiken aufweisen. Gerade auf die Förderung dieser Länder zielt die Niedrigzinspolitik der EZB jedoch ab.

2.2.7 Gefährdung der Unabhängigkeit der EZB: Scharfe Kritik des Präsidenten der Bundesbank

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des EZB-Rats kritisiert die Geldpolitik seines EZB-Präsidenten Mario Draghi scharf: Das EZB-Anleihe-Kaufprogramm mache die Notenbank zum größten Staatsgläubiger. Die Geldpolitik der EZB und die Fiskalpolitik der einzelnen Nationalstaaten würden immer stärker miteinander vermischt. Daraus könne politischer Druck auf die Notenbank erwachsen, der die nach Artikel 130 des „Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ (AEU-Vertrag) garantierte Unabhängigkeit der EZB gefährde.


Eurokrise: Kaum Wachstum im Euroraum

2.3 Die Selbsteinschätzung der EZB

Hingegen hat sich nach Einschätzung von Mario Draghi, des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, die Geldpolitik der Notenbank bewährt. 50 Prozent des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre sind nach Draghis Bewertung auf die Geldpolitik der EZB zurückzuführen. Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank seien sogar das „einzig Stimulierende“ gewesen. Nachdem nunmehr in Europa ein „allmählicher Aufschwung“ festzustellen sei, strebe die EZB an, die Geldentwertungsrate auf „nahe unter zwei Prozent“ zu entwickeln.

Bankenkrise in Italien: Stehen höchst persönliche Motive und nationale Probleme hinter der Niedrigzinspolitik des EZB-Präsidenten?

Der Zinspolitik der EZB kommt (unausgesprochen) eine große Bedeutung für hoch verschuldete Staaten wie Italien, aber auch für die Kreditinstitute dieser Staaten zu. Niedrige Zinsen sind gleichbedeutend mit einer massiven Finanzhilfe. Die Bonität Italiens wird von der Rating-Agentur Standard & Poor's mit BBB- bewertet - nur eine Stufe oberhalb des so genannten „Ramsch-Niveaus“. Lägen die von Italien zu entrichtenden Zinsen nicht bei 1,5 Prozent, sondern bei vielleicht marktgerechteren 3,5 Prozent, so wäre damit eine jährliche Mehrbelastung von 40 Mrd. Euro für den italienischen Staatshaushalt verbunden.

Bevor Mario Draghi im November 2011 sein Amt als Präsident der EZB antrat, war er unter anderem Gouverneur der italienischen Notenbank und Aufsichtsratsmitglied der Banca Nazionale del Lavoro. Ein niedriges Zinsniveau könnte dem in Italien beheimateten Mario Draghi umso wichtiger erscheinen, als der Bankensektor Italiens angesichts milliardenschwerer gefährdeter Kredit-Engagements akut gefährdet ist.

Seit dem Jahr 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt Italiens um 8 Prozent zurückgegangen, die Industrieproduktion sogar um ein Viertel geschrumpft. Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind daher kaum noch in der Lage, ihre Kredite zu bedienen.
Nach einer Statistik der europäischen Banken-Aufsichtsbehörde EBA (European Banking Authority) führen die italienischen Banken mit einer (auf Dauer völlig untragbaren) Kreditausfall-Rate von 16,7 Prozent das EU-weite Ranking an. (Zum Vergleich: Die Kreditausfallraten der spanischen und französischen Kreditinstituten liegen bei - immer noch gefährlich hohen - 7 bzw. 4 Prozent.)

Die italienischen Geldhäuser sahen sich bislang gezwungen, Kreditvolumina in Höhe von 200 Milliarden Euro wertzuberichtigen. Weitere 160 Milliarden Euro gelten als möglicherweise ausfallgefährdet. Beobachter monieren, dass die Probleme der italienischen Banken im Unterschied zu den Finanzsektoren anderer Länder in den letzten Jahren nicht konsequent angegangen wurden. Folgerichtig entstehen für einige italienische Banken zunehmend Schwierigkeiten beim Zugang zu den internationalen Geld- und Kapitalmärkten, so dass sich manche Kreditinstitute nicht mit der Liquidität versorgen können, die sie für die Vergabe neuer Kredite benötigen.

Spätestens seitdem die italienische Regierung Ende 2015 vier kleinere, vor dem Zusammenbruch stehende Regionalbanken retten musste, herrscht Unruhe im italienischen Bankensektor. Die Europäische Zentralbank kündigte an, die finanzielle Situation von weiteren sieben italienischen Kreditinstituten genauer zu untersuchen.

Unter den von der EZB zu untersuchenden italienischen Banken befindet sich auch die international tätige Großbank Unicredit, zu der in Deutschland die Hypovereinsbank gehört. Unicredit, die zweitgrößte Bank Italiens zählt zu den zu den weltweit dreißig Finanzinstitutionen, die von dem in Basel ansässigen „Financial Stability Board“ (Vorsitzender: Mario Draghi) als „systemisch bedeutsam“ eingestuft sind. Mitglieder des ansässigen Financial Stability Board sind u. a. die Europäische Kommission, die EZB und die Weltbank.

Am 26. Januar 2016 einigte sich die italienische Regierung mit der Europäischen Kommission nach über einjährigen Verhandlungen auf die Modalitäten zur Gründung einer „Bad Bank“. Die Vereinbarung enthält eine Regelung, nach der italienische Kreditinstitute die Möglichkeit erhalten, für einen Teil ihrer ausfallgefährdeten Kredite staatliche Garantien zu erhalten – allerdings nur zu marktüblichen Bedingungen.

Die Börsenkurse italienischer Bankaktien fielen seit Anfang 2016 dramatisch. UniCredit verlor bis Mitte 2016 64 Prozent ihres Börsenwertes. Banca Monte dei Pascha die Siena, die drittgrößte und zugleich älteste italienische Bank brachen um 75 Prozent ein.

EZB-Geldpolitik kann Wirtschaftspolitik auf Dauer nicht ersetzen: Höheres Zinsniveau mittelfristig wahrscheinlich

Die Bankenkrise in Italien zeigt exemplarisch, dass eine nicht risikogerechte Ausweitung des Kreditgeschäfts systemisch bedeutende Gefahren hervorrufen kann. Es erscheint äußerst fraglich, ob die Niedrigzinspolitik der EZB einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftswachstums (gerade in wachstumsschwachen Staaten wie Italien) zu erbringen vermag. Zahlreiche Beobachter erkennen die Wirksamkeits-Grenzen der Notenbank-Geldpolitik: Die EZB-Geldpolitik kann notwendige wirtschaftspolitische Maßnahmen der nationalen Regierungen nicht auf Dauer ersetzen. Setzt sich diese Erkenntnis durch und beendet die EZB folgerichtig ihre extreme Niedrigzins-Politik, so sind mittelfristig höhere Zinsen zu erwarten.

Allerdings erscheint unwahrscheinlich, dass eine Zinswende in der Eurozone vor dem Ende der im Oktober 2019 auslaufenden Amtszeit des jetzigen, mit dem Schuldenstaat Italien besonders stark verbundenen EZB-Präsidenten erfolgt.

Eine frühere Lösung der italienischen Staats- und Banken-Finanzkrise ist jedoch aus heutiger Sicht ebenfalls nicht erkennbar – im Gegenteil, die jahrelang verschleppten italienischen Finanzprobleme sind nach der britischen Referendums-Entscheidung in den Fokus der Kapitalmärkte geraten. Angesichts wieder virulent werdender Probleme im europäischen Finanzsektor wird die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen wohl auf niedrigstem Niveau belassen.


2.4 Die Zinspolitik der US-Notenbank

Die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve kann sich auch auf das europäische Zinsniveau auswirken. Am 16. Dezember 2015 erhöhte die Federal Reserve ihren Leitzins um 0,25% auf eine Bandbreite von 0,25 bis 0,50 Prozent. Die US-Zentralbank erklärte ihre jahrelange Niedrigzinspolitik für beendet und leitete damit die lange erwartete „Zinswende“ ein.

Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank kamen jedoch Zweifel auf, ob und in welcher Geschwindigkeit weitere Zinserhöhungen vorgenommen werden sollten.

Weitere Zinserhöhungs-Schritte der „Fed“ werden dann wahrscheinlicher, wenn sich die US-Inflation dem Zielwert von zwei Prozent annähert. Die Inflationsrate stieg zwar tatsächlich von 0,2 Prozent (September 2015) auf 0,7 Prozent (Dezember 2015) und kletterte im Januar 2016 auf ihren bisherigen Höchstwert von 1,6 Prozent. Ab Februar 2016 lag die US-Geldentwertungsrate jedoch durchgehend nur noch bei etwa einem Prozent (Mai 2016: 1,022 Prozent).

Die Zinspolitik der US-Notenbank berücksichtigt aber auch weitere Faktoren wie die Entwicklung von Investitionen und Arbeitslosenquote sowie die Entwicklung der Weltwirtschaft. Nach Einschätzung der Fed haben die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft wieder zugenommen. Indizien hierfür seien die ökonomischen Probleme in den Schwellenländern und der dramatische Ölpreisverfall.

Noch vor dem britischen EU-Referendum vom 23. Juni 2016 hatte die US-Notenbank-Chefin Janet Yellen darauf hingewiesen, dass auch die Entscheidung über die EU-Zugehörigkeit Großbritanniens bei der Diskussion über konkrete Zinsschritte eine gewichtige Rolle spielt. Die Unsicherheiten, die auf dem Weg zu einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union entstehen, werden die Federal Reserve Bank mit einiger Sicherheit dazu veranlassen, eigentlich beabsichtigte Zinserhöhungen bis auf weiteres zu verschieben.

Entwicklung der Rohölpreise

Zwar haben sich die Rohölpreise von ihrem Tiefststand Ende Januar (ca. 28,50 US-Dollar je Barrel WTI-Rohöl) auf über 51 US-Dollar (Anfang Juni 2016) erholt, was als positives Signal für die Weltkonjunktur bewertet wurde. Der rasche Preisrückgang im Zusammenhang mit dem Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016 auf etwa 46 US-Dollar dürfte die US-Notenbank jedoch in ihrer aktuellen Zurückhaltung hinsichtlich einer weiteren Zinserhöhung bestärken.

Schwächere Konjunkturentwicklung in China – Bremse für weitere Zinserhöhungen?

Anfang März 2016 gab „Exportweltmeister“ China für den Monat Februar einen Rückgang der Ausfuhren gegenüber Januar um 25,4 Prozent bekannt. Aus dem um 13,8 Prozent rückläufigen Import-Volumen wird auf eine schwächelnde Binnenkonjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geschlossen.

Auch in den Folgemonaten setzt sich die Abschwächung des chinesischen Außenhandels, insbesondere des Imports offenbar fort: Für Mai 2016 berichtete China von einer um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduzierten Waren-Einfuhr (April: -10,9 Prozent), während die Exporte im Jahresvergleich lediglich um 1,8 Prozent zurückgingen.


3. Hauseigentümer und Aktionäre profitieren von niedrigen Zinsen

Wer profitiert von niedrigen Bauzinsen?

3.1 Immobilieneigentümer mit einer laufenden Baufinanzierung

Immobilienbesitzer profitieren von der derzeitigen Zinssituation. Bei Ablauf einer Zinsbindungsfrist können sie niedrigere Zinsen auch für lange Laufzeiten vereinbaren. Wessen Zinsbindungsfrist noch für einige Zeit läuft, der kann sich durch Abschluss eines Forward-Darlehens bereits heute (unter Entrichtung einer Forward-Prämie) eine zinsgünstige Anschlussfinanzierung sichern. Forward-Darlehen lassen sich bis zu 60 Monate im Voraus vereinbaren.

3.2 Bauherren und Immobilienkäufer

Wer jetzt ein Haus baut oder eine Immobilie erwirbt, kommt bei einer Fremdfinanzierung unmittelbar in den Genuss langfristig günstiger Zinsen. Allerdings sollte eine Baufinanzierung nicht vorrangig unter dem Gesichtspunkt niedriger Kreditzinsen oder unter dem Druck kurzfristiger Zinsschwankungen getätigt werden. Denn vielerorts sind die Immobilienpreise – insbesondere in Ballungsgebieten – in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Angesichts erhöhter Bau- oder Erwerbskosten dürfte sich der Kostenvorteil niedriger Kreditzinsen in vielen Fällen stark relativieren.

Tipp!

Der Immobilienkäufer sollte in seinem Haushaltsplan eine ausreichende Liquiditätsreserve berücksichtigen, damit sich der Immobilienkredit nach Ablauf der Zinsbindungsfrist (auch bei höheren Kreditzinsen) auf Dauer finanzieren lässt.


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3.3 Inhaber von Aktien

Mangels gut rentierlicher Anlage-Alternativen floss ein großer Anteil des Kapitals, das aus dem EZB-Anleihen-Ankaufprogramm stammt, in den Aktienmarkt. Anleger sollten aber beachten, dass ein Aktienboom, der vornehmlich durch überreiche Liquidität erzeugt wurde, häufig die Bildung einer „Kursblase“ ankündigt. Solche Kursübertreibungen enden oft in einem plötzlich einsetzenden und scharfen Kursrückgang – nicht selten dann, wenn die Zinsen nach langer Talfahrt wieder anzusteigen beginnen.

Dieses Phänomen zeigte sich auch ab Mitte April 2015: Der Deutsche Aktienindex: Der Deutsche Aktienindex DAX ging von 12.374 Punkten (10. April 2015) um 24,1 Prozent auf 9.396 Punkte (2. Oktober 2015) zurück, bevor er sich wieder auf fast 11.400 Punkte (Ende November 2015) erholte. Nachdem er anschließend auf unter 8.800 Zähler zurückfiel, gelang dem Index bis Ende April ein Anstieg auf über 10.400 Punkte. Die Unsicherheiten, die von der Brexit-Entscheidung Ende Juni 2016 ausgingen, führten den Index rasch und deutlich wieder unter die 10.000-Punkte-Marke (6. Juli 2016: ca. 9.350).


Fazit der aktuellen Bauzinsen Entwicklung

Fazit: Tipps für Hauseigentümer und Immobilienkäufer

Nach dem massiven Zinsrückgang der vergangenen Jahre können Bauherren und Immobilienkäufer von günstigen Baufinanzierungs-Konditionen profitieren.

Die Investition in eine Immobilie stellt angesichts geringer Zinsen für Spareinlagen, Tagegelder, Festgelder und Anleihen eine überlegenswerte Anlage-Alternative dar. Der Erwerb einer günstigen Immobilie wird von vielen Investoren einem derzeit besonders schwankungsanfälligen Aktien-Investment vorgezogen.

Gerade nach den starken Immobilien-Preisanstiegen wird jedoch vermehrt vor Immobilien-Preisblasen insbesondere in Ballungsräumen gewarnt. Wer also eine Immobilie erwerben möchte, der sollte nicht nur auf eine gute Lage und hohe Bauqualität, sondern auch auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Überhöhte Immobilienpreise können den Vorteil niedriger Darlehenszinsen schnell zunichte machen.

Dies gilt umso mehr, als sich nach der Brexit-Abstimmung auf dem britischen Immobilienmarkt möglicherweise das Platzen einer ersten Immobilienblase andeutet. Einige Experten von offenen Immobilienfonds halten einen jedenfalls zehnprozentigen Abwertungs-Bedarf britischer Immobilien für möglich. Drei offene Immobilienfonds im Gesamtvolumen von über 10 Milliarden Pfund mussten wegen schnell aufkommender Verkaufswünsche der Anteilsinhaber bereits schließen (Stand: 5. Juli 2016). Eine Zurückhaltung internationaler Investoren über Großbritannien hinaus könnte Preisdruck auch in anderen Immobilienmärkten auslösen, die in den letzten Jahren größere Preissteigerungen verzeichnet haben.

Der Zeitpunkt einer Zinswende ist vor dem Hintergrund der genannten Krisenherde derzeit nicht absehbar, so dass Eile bei der Aufnahme eines Immobiliendarlehens momentan nicht geboten erscheint. Unter der Leitung von Mario Draghi wird die EZB mutmaßlich strikt an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten.

Hauseigentümern mit vorhandenen Baufinanzierungen bieten sich unverändert gute Möglichkeiten, bei einer auslaufenden Zinsbindung eine zinsgünstige Anschlussfinanzierung abzuschließen. Wenn die Zinsbindung erst in einiger Zeit endet, ermöglicht ein Forward-Darlehen die Sicherung des günstigen Zinsniveaus für die Zukunft. Angesichts des bereits extrem niedrigen Zinsniveaus ist ein weiterer nennenswerter Bauzins-Rückgang kaum noch möglich. Allerdings besteht im Hinblick auf die strikte Niedrigzinspolitik der EZB sowie kein unmittelbarer Zeitdruck. Da der bei Abschluss eines Forward-Darlehens zu entrichtende Zinszuschlag umso höher ausfällt, je länger das Darlehen im Voraus abgeschlossen wird, kann sich für Kreditnehmer ein Zuwarten derzeit durchaus lohnen.



Zinschart Bauzins Entwicklung 1994-2016
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Quellenangaben

Autor: Hartmut Zimmer

Hartmut Zimmer, Jurist und langjähriger Vertriebsdirektor einer deutschen Großbank, war u. a. zuständig für den Vertrieb von Baufinanzierungen und gewerblichen Krediten. Besonders intensiv befasste er sich mit den Risiken fehlerhaft konstruierter Baufinanzierungen anlässlich der Sanierung eines umfangreichen Kreditportfolios.
Hartmut Zimmer ist Autor zahlreicher Fachartikel zu Finanzprodukten und Wirtschaftsrecht.