Bauzinsentwicklung für das 1.Quartal 2012

Aktuelle Bauzinsen Entwicklung begünstigt Immobilienbau

EZB gibt finanzielle Richtlinien vor

Die Schuldenlast einiger europäischer Länder, allen voran Griechenland, bestärkte die Befürchtungen, dass die Europäische Zentralbank auf die beunruhigend hohe Inflationsrate im letzten Quartal der Jahres 2011 entsprechend reagieren würde. Ein weiterer Zinsschritt nach oben wäre somit die logische Konsequenz gewesen, die der neue Notenbank-Chef, Mario Draghi, jedoch nicht in die Tat umsetzte.

Der Nachfolger des bisherigen Notenbank-Chefs, Jean-Claude Trichet und jetzige neue Präsident der EZB, orientiert sich allen Erwartungen zum Trotze nicht an der Inflations-Zielmarke und entschied sich sich mit seinen obersten Währungshütern am 3. November und am 8. Dezember, für je einen Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte nach unten. Der jetzige Leitzins von nur 1,0 Prozent ist die Folge von Bemühungen, die schwächelnde Konjunktur im Euro-Raum wieder neu zu beleben. Die anfänglichen Prognosen hinsichtlich eines Wachstumschubes im kommenden Jahr mussten nach unten korrigiert werden und ließen Investitionsvorhaben von Unternehmen vorerst stagnieren.

EZB senkt Leitzins - Immobilienkäufer und Bauherren profitieren

Innerhalb von lediglich vier Wochen senkte somit die EZB den Leitzins, um der Wirtschaftsflaute im Euro-Raum zu begegnen und dies in Unabhängigkeit von der Hohe der Inflationsmarke, die nach wie vor über dem Zielwert liegt. Die Folge ist, dass sich Geschäftsbanken billiges Geld von der Notenbank leihen können und Milliarden von Euro in das europäische Bankensystem gespült werden. Rücklagenpolster werden gestärkt und Banken profitieren von einem neu aktivierten Kreditgeschäft.

Ein niedriger Leitzins bewirkt auch eine Bewegung am Bauzinsmarkt und Experten erwarten für das Jahr 2012 einen historisch niedrigen Zinssatz am Kreditmarkt. Selbst langfristige Kapitalmarktzinsen werden sich auf einem tiefen Wert einpendeln. Nicht nur Unternehmen werden zu den Profiteuren gehören und verstärkt investieren, sondern auch der private Konsument, der in die eigenen vier Wände anlegen will.

Der Niedrigzinssatz eignet sich für eine lange Zinsbindung, um sich planungssicher günstige Bauzins Konditionen zu sichern. Selbst für lange Zinsbindungsfristen ab zehn Jahren werden aktuell niedrige Aufschläge verlangt. Die Einsparungen durch niedrige Zinskosten lassen sich für einen höheren Eingangstilgungssatz als den von nur einem Prozent verwenden. Auf diese Weise spart der Darlehensnehmer unterm Strich an Zinskosten und verkürzt den Weg in die Schuldenfreiheit.

Verstärkter Wettbewerb drückt die Bauzinsen zusätzlich

Versicherungsgesellschaften gehen seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009 schärfer mit eigenen Baufinanzierungsprodukten für den gewerblichen wie auch privaten Bereich an den Markt und heizen den Wettbewerb zu den Banken und ihrem Kerngeschäft an. Strengere Eigenkapitalregelungen und seit Jahren sinkende Renditen zwingen die Versicherungsunternehmen dazu, stärker als bisher auf das Segment Baufinanzierung zu setzen.

Bedingt durch den verschärften Wettbewerb zwischen konventionellen Banken und Versicherern, profitieren gewerbliche wie auch private Bauherren von attraktiven Konditionen. Schließlich setzen auch Kapitalanleger nicht einzig und allein auf sichere Bundesanleihen, sondern geben verstärkt einer Immobilie als Anlageobjekt den Vorzug. So war Baugeld im September 2011 zu Rekord-Konditionen zu haben und auch lange Zinsbindungen erwiesen sich als attraktiv.

Verstärkter Wettbewerb für Baugeld

Bislang konnten sich Bausparkassen, Sparkassen, Kredit- und Genossenschaftsbanken den großen Kuchen im Bereich Wohnungsbaufinanzierungen größtenteils untereinander aufteilen. Der Marktanteil der Versicherungsgesellschaften lag bisher bei lediglich rund 5 Prozent. Angesichts der finanzpolitischen Entwicklungen im Euro-Raum und auf dem deutschen Anlagemarkt, macht eine Ausweitung der Geschäftsfelder unerlässlich, wollen Versicherungen weiterhin Einbußen in ihrem Kerngeschäft auffangen.

Der Wettbewerb ist derzeit auf niedrigere Beleihungsausläufe ausgerichtet, denn Versicherungen bieten lediglich bis zu einem Beleihungswert von höchstens 80 Prozent attraktive Konditionen an.

Niedriger Leitzinssatz – Chancen jetzt nutzen
Warnschild für steigende Zinsentwicklung

Auch in naher Zukunft werden Kapitalanleger in sichere Bundesanleihen flüchten und somit die Bonität der Bundesrepublik verbessern. Aktuell kann sich Deutschland fast kostenlos Geld an den Märkten leihen. Daraus resultiert ein günstiges Umfeld für Bauzinsen, die sich aller Voraussicht nach auch in den kommenden Monaten auf einem niedrigen Niveau bewegen werden. Wer als künftiger Immobilienbesitzer über eine optimale Bonität verfügt, wird von den Banken mit einem attraktiven Zinsabschlag belohnt. Alle, die auf diese Weise einsparen, haben den idealen Weg in die eigene Altersvorsorge aus Stein eingeschlagen.

Konditionen durch Niedrigzins optimal einsetzen

Die positiven Auswirkungen des gesenkten Leitzinssatzes sollten Häuslebauer und Anschlussfinanzierer jetzt nutzen. Kunden, die an Zinskosten sparen, können diese Beträge in eine höhere Tilgungsrate investieren. Bundesweit liegen die Bauzinsen bereits unter der Inflationsrate und dies auch bei langen Zinsbindungsfristen. Jetzt könnten sich, angesichts der gesenkten Leitzinsen, die Konditionen nochmals verbessern. Das günstige Zinstief aus dem letzten Quartal des Jahres 2010 könnte sich in den kommenden Monaten für Darlehensnehmer wiederholen und zu weiteren Einsparungen führen. Wer generell eine Investition in Wohneigentum anstrebt, um diese auch als Altersvorsorge zu nutzen, sollte die Gunst der Stunde nutzen.

Diejenigen, die sich bereits in einer Zinsbindung befinden, können sich mit einem Forward-Darlehen günstige Zinskonditionen Jahre im Voraus sichern. Zwischen 36 und 60 Monaten kann jeder Darlehensnehmer die Konditionen für seine Anschlussfinanzierung jetzt schon vertraglich definieren. Die Aufschläge dafür, dass niemand aktuelle Konditionen ungenutzt an sich vorüber ziehen lassen muss, fallen moderat aus. Doch auch Menschen, die zwar über ein ausreichend hohes Einkommen verfügen und einen gesicherten Job haben, jedoch noch keine Zeit hatten, Eigenkapital anzusparen, gehören zu den Gewinnern der aktuellen Situation. Vollfinanzierungen lassen sich jetzt zu verbesserten Zinskonditionen stemmen, ohne dass der Bauwillige langwierig Kapital ansparen muss. Lange Laufzeiten sichern vor einem Zinsanstieg und erhöhen die individuelle Planungssicherheit.

Flexibilität durch Kombi-Darlehen

Zu den profitablen Möglichkeiten während einer Niedrigzinsphase gehört auch das Kombi-Darlehen. Anteilig wird ein planungssicheres Festzinsdarlehen vereinbart, während ein weiterer Darlehensteil mit variablen Zinsen vereinbart wird. Neben der Sicherheit des Festzinsdarlehens profitiert der Kunde von den Chancen der flexiblen Tranche, die an den Euribor gebunden ist. Weitere Senkungen des Leitzinssatzes schlagen direkt auf die Kosteneinsparungen durch und senken die monatliche Belastungsrate.

Sollte der Zinssatz ansteigen, lässt sich der flexibel vereinbarte Kreditteil problemlos in ein Festzinsdarlehen umwandeln. Zu den Zinsanpassungsterminen kann der Kunde teilweise oder komplett seine Schuldenlast tilgen.

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